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Von Grindhouse bis Arthouse...
Besprechungen übersehener, unterbewerteter oder obskurer Werke der Filmgeschichte!

Freitag, 16. November 2012

Let's twist again...

The Fourth Victim (La última señora Anderson)
E/I 1971
R.: Eugenio Martin


Worum geht's?: Als auch die dritte Gattin eines seltsamen Todes stirbt, landet der distinguierte Herr Anderson (Michael Craig) auf Veranlassung der zum dritten Mal geschröpften Versicherungsgesellschaft prompt wegen mutmaßlichen Mordes vor Gericht.
Nur dank einer Aussage seiner getreuen Haushälterin (Miranda Campa) wandert Anderson doch nicht hinter schwedische Gardinen und kehrt stattdessen in seine schmucke Villa zurück.
Bald schon tritt die schöne Julie (Carroll Baker) in sein Leben und wird nach einigem Geturtel sogar gegen alle Vernunft die vierte Mrs. Anderson.
Doch Julie verschweigt scheinbar ihrem Gatten so manches und Anderson erfährt zu seiner Überraschung, dass seine neue Ehefrau ihren früheren Gatten ebenfalls auf dem Gewissen haben soll.
Wem kann ein mutmaßlicher dreifacher Blaubart jetzt noch trauen?
Wer ist die verdächtige, blonde Frau, welche des Nachts Julies Anwesen heimsucht?
Was weiß Inspektor Dunphy (José Luis López Vázquez), der ein ständiges Auge auf Anderson hat?
Fragen über Fragen...


Wie fand ich's?: Hollywoodbeauty und Giallo-Veteranin Carroll Baker in einem spanischen Thriller von Eugenio Martin, dessen bester Film wohl der starbesetzte Horror Express (E/GB 1972) ist.
Was diesen schwer zu findenden Film so besonders macht ist zum einen seine wunderbare altmodische, ja, man möchte fast sagen hitchcocksche Machart, zum Anderen, besticht das Drehbuch durch eine Unzahl an tollen Twists, die den geneigten Rezipienten ständig bei bester Laune halten.
Dass für einen Genrefilm dieser Zeit kaum Blut fließt, ist zu verschmerzen, dafür macht Martin sein Können bereits in der Gerichtsszene zu Anfang des Films offenkundig - Billy Wilders Witness for the Prosecution (USA 1957 dt.: Zeugin der Anklage) lässt fast grüßen!
Das spanische Gialli nicht zwingend hinter den italienischen Originalen herhinken müssen, ist spätestens mit Titeln wie El techo de christal (s. h.:  http://dieseltsamefilme.blogspot.de/2012/09/fenster-zum-schweinestall.html) belegt worden und der hier besprochene Streifen unterstützt die These nur umso mehr.
Leider liegt diese schöne Rarität nur auf einem griechischen VHS-Tape aus den glorreichen 80ern vor, was eine vernünftige, digitale Veröffentlichung wünschenswert macht.


Fazit: Oldschool Thrill für Feinschmecker europäischer Krimikost!

Punktewertung: 7 von 10 Punkten 


Death at the Deep End of the Swimming Pool (1971) on IMDb

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